Jubiläum: 10 Jahre Flüchtlingshilfe

10 Jahre Flüchtlingshilfe in Erkelenz – das sind viele Erfolge und auch einige Rückschläge. Bei der Jubiläumsfeier in der Leonhardskapelle blickte Andrea Ludwigs-Spalink, Vorsitzende von Ankommen e.V., auf die Aktivitäten der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer seit 2015 zurück. Zahlreiche Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie Wohnungen seien im vergangenen Jahrzehnt vermittelt worden. Azubis seien mit Nachhilfe unterstützt worden, die Fahrradwerkstatt habe über 1000 Radreparaturen vorgenommen und hunderte gespendete Räder an Geflüchtete für kleines Geld verkauft. „Ein Fahrrad ist dabei nicht nur ein Stück Mobilität, sondern macht vor allem Schichtarbeit unabhängig vom ÖPNV möglich“, weiß Ludwigs-Spalink. Ausflüge und Aktionen für Kinder und Jugendliche mit Migrationsgeschichte seien organisiert und finanziert worden und zwei Grundschulen mit hohem Migrantenanteil durften sich über Bewegungsspielzeug für je 1000 Euro freuen. Wichtig gewesen seien auch die öffentlichen Proteste bei Abschiebungen, die von Ankommen e.V. als Härtefälle eingestuft wurden. Besondere Herausforderungen hätten sich in der Coronazeit ergeben und noch einmal 2022 mit dem russischen Angriff auf die Ukraine. Seitdem werden auch ukrainische Geflüchtete in Kuckum von Ankommen-Mitgliedern betreut.

„Wir werden in unserer Arbeit nicht lockerlassen, auch wenn wir über weniger Ehrenamtliche als früher verfügen“, verspricht die Vorsitzende. In den nächsten Monaten seien Antidiskriminierungstrainings mit den Kindern der Hauptschule geplant. Dabei geht es darum, die Schüler aus vielen Nationen stark zu machen, um in Zukunft die diverse Gesellschaft sowie unsere Demokratie zu verteidigen.

Bürgermeister Stephan Muckel sprach in seinem Grußwort allen Vereinsmitgliedern seinen Dank für das Engagement und die gute Zusammenarbeit mit der Stadt aus.

Zum Jubiläumsprogramm gehörte eine Rede von Clarissa Fahrenholz, die über den wachsenden Rassismus und die Diskriminierung von Migranten auch im Kreis Heinsberg sprach, und Comedy von Mohamed El Boujaddaini, der seine Erlebnisse mit Alltagsrassismus humorvoll verarbeitete. Bei einem Imbiss nutzten Mitglieder und Gäste das Jubiläum zum Netzwerken.

Foto: Jörg Meyer zu Altenschildesche

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